RC-Wert (Restchromasie) von Refraktor Objektiven / Teil 2

 

 

Laut Information von ChatGPT - welche man als Wissenschaftler tunlichst vermeiden sollte - kann beim Refraktorobjektiv (60mm / 900mm) der RC-Wert nicht gesenkt werden. Das ist natürlich richtig, wenn sich die beobachteten Objekte im Unendlichen befinden, was bei Himmelskörpern in der Regel der Fall ist. Die Öffnungszahl (N) bleibt hier konstant bei 15.

 

Sind die Objekte jedoch nur wenige Meter vom Objektiv entfernt, verlängert sich die Brennweite und die Öffnungszahl ändert sich! Und hier gelten die gleichen Gesetze geometrischer Optik wie beim Mikroskop. Wohl gemerkt, es geht hier nur um den RC-Wert! Je näher ein Mikroskopobjektiv dem beobachteten Objekt ist - man spricht hier von Apertur - desto größer ist das Auflösungsvermögen und die Lichtstärke.

 

Bei Teleskopobjektiven wird selten die Apertur berechnet und angegeben, nur die Öffnungszahl (N), auch Öffnungsverhältnis genannt.

 

 

 

 

 

Wichtige Details zur numerischen Apertur
  • Die mathematische Formel: \(NA = n \cdot \sin(\theta)\)
    • NA: Numerische Apertur
    • n: Brechungsindex des Mediums (bei Luft n ≈ 1)
    • θ: Der halbe Öffnungswinkel des einfallenden Lichtkegels, der in die Optik gelangt 
  • Bedeutung für die Astronomie: Ein höherer NA-Wert bedeutet, dass das Teleskop ein breiteres Bündel an Lichtstrahlen einfangen kann. Dadurch wird das Bild nicht nur heller, sondern auch die Auflösung feiner Details verbessert.
  • Alternativbegriffe: Während die numerische Apertur besonders in der Mikroskopie und Faseroptik (Lichtwellenleiter) ein gängiger Standardparameter ist, spricht man in der klassischen Teleskop-Optik meist vom Öffnungsverhältnis (z. B. f/5 oder f/8).